Unsere zentrale Forderung: Selbstbestimmter Geschlechtseintrag

Diese Forderungen sind nicht in Stein gemeißelt. Die Kampagne Meine Option ist ein stetiger Lernprozess – für uns, für die Gesellschaft, für alle. Wir sind in ständiger Veränderung begriffen. Wir entwickeln uns stetig weiter und leben von der Auseinandersetzung mit euch allen. Wir greifen die Forderungen der ehemaligen Kampagnen Dritte Option und der Aktion Standesamt 2018 auf. Wir erweitern sie aber auch mit neuen Forderungen. Die aktuelle Änderung des Personenstandsgesetzes ist nicht genug. Das Gesetz beschneidet die Grundrechte sowohl von inter als auch von trans Menschen. Unser Ziel ist es, die auf Vanjas Klage folgenden Individualklagen zu begleiten. Dafür steht die Kampagne „meine Option“ mit den folgenden Forderungen ein:

Wir fordern einen selbstbestimmten Geschlechtseintrag, für alle. Wir wollen selbst entscheiden, ob wir uns einordnen lassen – und wenn ja, wie. 
Wir fordern einen positiven, nichtbinären Geschlechtseintrag, der von jeder Person selbst bestimmt wird (z.B. genderfluid, demigender, agender, neutrois, androgyn, maverique ….)


Bereits erfüllt:

Unsere vollen Forderungen:

Politik & Gesellschaft

  • Wir wollen, dass Platz ist für Geschlechter jenseits von „Frau“ oder „Mann“
  • Geschlechtsinklusive Optionen in Umkleiden und sanitären Einrichtungen
  • Geschlechtsinklusive Sprache überall!
  • Im Alltag Recht auf selbstbestimmte Geschlechtsidentität anerkennen: jede’r kennt die eigene Identität am besten
  • Respekt für alle Personen in ihrer Geschlechtlichkeit => Identitäten, Erfahrungen und Lebensentwürfe nicht als Konkurrenz zueinander betrachten

Recht & Medizin
Alle rechtlichen und medizinischen Forderungen, die wir in Bezug auf die Geschlechtsmündigkeit stellen, sollen unabhängig von Alter, Geschäftsfähigkeit, zugeschriebener Behinderung und der Staatsangehörigkeit gelten

  • Ein Ende der Zwangs-Verstümmelung von inter Kindern!
  • Medizinische Unterstützung (z.B. in Form von Hormonen) muss für alle offen und darf nicht aufgezwungen sein!
  • Bei Geburt soll der Geschlechtseintrag aller Kinder freigelassen werden.
  • Die Eintragung eines Geschlechts soll dann auf eigenen Wunsch und entsprechend der Selbstauskunft passieren. Das heißt, Menschen zu glauben, wenn sie sagen, wer sie sind.
  • Geschlechtsneutrale Vornamen müssen auch ohne Änderungen im Geschlechtseintrag möglich sein. Die geschlechtliche Einlesung von Vornamen darf nicht dem Staat überlassen werden. Das ist nicht nur oft rassistisch, und schadet inter, trans und nichtbinären Menschen, es ist auch vollkommen unnötig. Die kulturelle Bedeutung von Namen, genauso wie Sprache allgemein, ist ohnehin ständig im Wandel.
  • Elternschaft muss juristisch geschlechtsneutral formuliert werden. Die binäre Einteilung in „Vater“ und „Mutter“ wird vielen Eltern nicht gerecht. Sie schadet Eltern, die nur für ihre Kinder da sein wollen, aber dabei immer wieder auf Hürden stoßen, weil sie aus diesem Schema herausfallen: z.B. gleichgeschlechtliche Paare, und co-parenting Familien, aber auch trans, nichtbinäre und inter Eltern.
  • Umfassender Diskriminierungsschutz für inter und trans Menschen, Menschen mit nichtbinärem oder freiem Geschlechtseintrag
  • Der Zugang zu einem dritten Geschlechtseintrag muss auch nicht-deutschen Staatsangehörigen offenstehen